Home > Musik > Justin Townes Earle kehrt mit „The Saint Of Lost Causes“ zurück.

Justin Townes Earle kehrt mit „The Saint Of Lost Causes“ zurück.

In seinen 37 Jahren als Singer-Songwriter und Sohn von Steve Earle hat Justin Townes Earle schon viel erlebt. Angefangen in seiner frühen Kindheit, in der sein Vater meist abwesend war und weiter über seine Jugend, in der er mit Kriminalität und Sucht kämpfte. Nach einem langen Weg, vielen Rückstößen und mehrfachen Entzügen sagte er einmal über diese Zeit: „Lucky to have gotten out of alive.“

All das geschah bevor er sich dazu entschloss, seine Energie in seine Musik zustecken und sein Handwerk über Jahre in Bars in Nashville und Live Clubs auf der ganzen Welt verfeinerte. Verschiedene Labels, Bandkonstellationen, Manager alle kamen und gingen, bis er schließlich 2007 sein gefeiertes, beeindruckendes aber auch kritisiertes Werk, seine Debüt EP „Yuma“ veröffentlichte.

Mit seiner neusten Arbeit „The Saint Of lost Causes“, entschied sich Earle, heutzutage nüchtern, verheiratet und Vater eines kleinen Mädchens, seinen Blick weiterhin nach vorne zu richten und sagt: „Maybe having a kid has made me look at the world around me more.” Mit einem wacheren Blick auf die Welt erzählte er: „Frankly, I was horrified, although I already sorta was, anyway.”

In seinen 12 neuen Songs geht es um ein geschwächtes, entfremdetes Amerika. Er singt von Unterdrückten und ihren Unterdrückern, von Hoffnungsvollen und Hoffnungslosen. Er singt von Vergebung, von einem Mann mit Geldsorgen, um eine Mutter, die von einem besseren Leben träumt, um verbrauchte Seelen und um Menschen, die durch ihr Handeln Land und Meer vergiften. Das Album handelt von Personen und Gemeinschaften in jeder Ecke des Landes, die mit allen Umständen des täglichen Lebens zu kämpfen haben. “I was trying to look through the eyes of America,” sagt Earle. “Because I believe in the idea of America – that everybody’s welcome here and has the right to be here.”

Earle erzählt diese amerikanischen Geschichten ausführlich und unvoreingenommen. Allerdings legt er auch von Anfang an seinen Standpunkt dar. „The Saint Of Lost Causes“ beginnt mit dem Titeltrack in der er in fast biblischen Worten singt: „Got your sheep / got your shepherds / got your wolves amongst men, throughout time / between the wolf and the shepherd / who do you think has killed more sheep?”

“That’s kind of like the spooky leftist conspiracy theorist in me,” Earle sagt er lachend bevor er ernst wird. “But the fact is, if you look around, we live in a time where one of the number-one threats to an inner-city black youth is a police officer. It’s just bizarre. So I think sometimes how we forget how animal we are. We look at ourselves as this sort of higher-functioning being, but we miss the mark quite often at being civilized and such.”

Earle weist auf den Track „Don´t Drink The Water“ hin. “Folks gettin’ sick, talkin’ women and children / ask the man on the stand what he thinks killed ‘em”, singt er. “Several years ago one of [​coal CEO and former Republican primary candidate for Senate] Don Blankenship’s companies leaked a bunch of chemicals into the river outside of Charleston, West Virginia, and there’s still areas where if people take a bath they’ll get lesions on their skin”, erklärt er den Song. “We live in the richest per-capita country in the world, and we have people who can’t bathe in the fucking water. Much less drink it.”

Alle Songs der Platte beziehen historische Ereignisse mit ein oder handeln von fiktionalen Erzählungen, die dadurch nicht weniger grausam und lebensecht sind. Über den Song „Appalachen Nightmare“ sagt er: “It’s a fictional story, but it’s a story we’ve heard a million times growing up in the South. I remember back in the late Nineties we had what they called the ‘Oxycontin Wars’ which was, like, hillbillies armed to the teeth robbing the shit out of drug stores. People went buck wild and it destroyed a lot of lives.“

Trotzdem gibt es auch Momente auf dem Album die nicht von Verderben oder Finsternis handeln. Es sind Ruhige Parts, sowohl musikalisch als auch textlich, in denen sich Earle zurück zieht um die Schönheit der Welt zu bewundern. Im Song „Mornings In Memphis“ welcher einer seiner eigenen Lieblingssongs des Albums ist, erzählt er von Sonnenaufgängen, vom Ufer des Mississippi und dem Moment wie er in die Sterne blickt und versucht auf sein Herz zu hören.

Earle bezeichnete lange den pazifischen Nordwesten als sein Zuhause, aber als es an der Zeit war „The Saint Lost Of Causes“ aufzunehmen ging er zurück nach „Music City“. Earle sagt: “I always say, If you want whores and gambling, you go to Vegas. If you want to make records, you go to Nashville.”

Earle koproduzierte das Album mit seinem langjährigen Toningenieur Adam Bednarik und brachte Musiker wie Joe MCMahan, Paul Niehaus, Jon Radford und Cory Younts ein. “I’m realizing that as I’m getting older and grumpier and set in my ways, I just much more enjoy making a record on my own terms and with people I know well“, sagt er. Die Aufnahmen entstanden im Sound Emporium das 1969 von Cowboy Jack Clement gegründet wurde und schon für Kunstler wie Johnny Cash und Kenny Rogers produzierte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.