Wie entstand die konkrete Idee zu Ihrem Actionfilm TAL DER SKORPIONE? Gab es eine besondere Inspiration?
Es gibt kaum ein Genre bei dem man sich so austoben darf wie im Bereich Action. Action hat mit die größten Stars des 20. sowie 21. Jahrhunderts etabliert. Ich sehe das ganze als eine Art „Zweites Erwachsenwerden“. Wie ein Kind, dass sich auf dem Spielplatz austobt und all seine Energien entfesselt um „Spaß zu haben“. Mich inspiriert das Actionkino der 70er und 80er Jahre, wo kantige Typen allá Charles Bronsen oder Chuck Norris mit eiserner Gewalt für Gerechtigkeit sorgten, es tut das was es soll; unterhalten.
Wie haben Sie sich auf den Dreh vorbereitet?
Alles beginnt mit einem Impuls im Kopf – bei mir meist abends. Daraus wächst die Idee und das Verlangen etwas „durchzuziehen“. Das Drehbuch entsteht, gefolgt von der Vorproduktion.
Wir haben mit sehr vielen Widrigkeiten zu kämpfen gehabt, daher nahm das Projekt einen großen Zeitrahmen in Anspruch. Planung und Kalkulation sind die halbe Miete.
Ich durchlaufe jedes Szenario, jede Eventualität und habe immer einen Plan B oder Plan C. Wir hatten sehr viel Spaß bei den Dreharbeiten aber es mussten auch schwierige unvorhergesehene Entscheidungen getroffen werden.
Was waren das für Entscheidungen?
Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, daher beschränke ich mich auf die signifikantesten. Mitten in der Produktion musste der Hauptdarsteller bzw. die Hauptrolle gestrichen werden. Leon Kamarowski (gespielt von Bartholomäus Kowalski) war zu Beginn ein kleinkrimineller Dealer und lediglich eine Nebenrolle. Die Auslegung der Figur sowie Bartis tolle Darstellung brachten mir mitten während einer Szene die Lösung. Durch einige Umschriebe machte ich aus der Figur eine Hauptrolle. Mit dieser Entscheidung wurde ein Großteil des gesamten Buches umgeschrieben.
In Ihrem Film vereinen Sie ein unglaubliches Schauspieler Ensemble, u.a. Altstars wie Ralf Richter und Martin Semmelrogge bis hin zu TV-Sternchen wie Micaela Schäfer. Wie kam es zu der Zusammenarbeit / Wie lief das Casting ab?
Es gab keine Castings, Produzent Thomas Kercmar und ich haben uns die Darsteller herausgesucht, die wir für die entsprechenden Rollen für geeignet hielten. Wir wollten einige Stars aus DAS BOOT im „eigenen Boot“ haben und nun sind sie Deutschlands „BösewichtAvantgarde“ vereint in einem Film.
Welche Herausforderungen gab es beim Dreh?
Wir haben zu 90% an Livelocations gearbeitet und waren höheren Gewalten ausgesetzt. Egal ob Wind, Regen oder eine gigantische Gruppe Aktivisten die unseren Park belagerten. Die zweite Hälfte des Films spielt in einem völlig vernebelten Wald, dies war die mit unter größte Herausforderung, denn eine Windböhe und alles verzog sich wieder. Dies kostet Zeit, Kraft und war auch für die Schauspieler oft mit langen Wartezeiten verbunden.
Benennen Sie 3 Figuren aus Ihrem Film und beschreiben Sie deren Charakter.
Hajo (Ralf Richter) – Bang Boom Bang Fans werden ihn lieben, da er das tut was er am besten kann.
Ruprecht Knochenhauer – Personifiziert böse, ein echtes Raubtier. Beim Casting habe ich Claude-Oliver Rudolph die Rolle so erklärt „Ruprecht ist keine politische Figur, weder traumatisiert oder religiös motiviert“. Er ist einfach „BÖSE… Man stelle sich einenfleischgewordenen Teufel der gegen jeden Strom der Vernunft wütet. Als er noch im Mutterleib war, wollte er seine Mutter von innen heraus mit der Nabelschnur erwürgen…Er ist einfach…BÖSE“ und Claude-Oliver Rudolph ist voll aufgegangen.
Johann Ribbeck a.k.a. Dr. Fröhlich – verrückt, eloquent, ein medizinischer over-the-Top Gegenspieler und Strippenzieher des Spiels Breakdown Forest. Ich mag diese Figur, da sie etwas konträrer zu den martialischen Gegenspielern ist.
Gibt es eine Rolle, mit der Sie sich besonders identifizieren können?
Nun, ich fiebere mit unserem jungen Polizisten Leon Kamarowski mit. Er hat sehr große Fallhöhen zu überwinden und metamorphosiert von einem Feigling zum Helden. Er genießt meine vollste Sympathie.
Wie würden Sie Ihren Film mit 3 Worten beschreiben?
Zynisch, dreckig, kabumm
